Samstag, 30. Juli 2016

The Perfect | Rezension


CASTING – MODE – LOGIKFEHLER – LEDERMASKEN – VEWIRREND – ADAM C. OULAY – KEIN ROTER FADEN

ERSTER SATZ

Es ist dunkel.

INHALT

ADAM C. OULAY sucht DICH!
"Teile deine Kreativität, dein Trendgefühl und deinen Geschäftssinn mit mir - und vielleicht sogar noch mehr ... BEWIRB DICH JETZT!"

Wie weit würdest du für deinen Erfolg gehen? Wärest du bereit, ALLES zu tun, um dieses Casting zu gewinnen? Auch wenn du niemandem trauen kannst, außer deiner besten Freundin? Selbst wenn euer beider Leben in Gefahr wäre? Es könnte DIE Chance sein - für eine von euch. Oder aber der Weg in die Hölle ...

Als Jazz und Leena die Anzeige des Modemoguls Adam C. Oulay lesen, der eine persönliche Assistentin sucht, sind die beiden Freundinnen sofort Feuer und Flamme. Für Leena ist ihr größter Berufswunsch, Modedesignerin zu werden, plötzlich zum Greifen nah, und Jazz will alles daran setzen, sie dabei zu unterstützen.
Von der Außenwelt abgeschnitten, tauchen sie ab in eine faszinierende Welt aus Scheinwerferlicht und Glamour, in der es nur um eines geht: die Beste zu sein. Doch der Konkurrenzkampf ist hart und der Betreiber des Castings skrupellos. Ohne es zu wissen, schweben die Mädchen schon bald in tödlicher Gefahr ...
[Quelle: Coppenrath]


EIGENE MEINUNG 

Ich habe von diesem Buch einiges erwartet, da ich Geschichten, die Castings thematisieren im Allgemeinen immer sehr interessant finde. Worum es bei dem Casting in diesem Buch nun direkt geht war auf den ersten Blick nicht wirklich ersichtlich und ich muss auch leider nachdem ich das Buch gelesen habe sagen, dass ich nicht weiß, wozu dieses Casting überhaupt veranstaltet wurde. Überhaupt kann ich nicht sagen, was der Sinn der Geschichte ist, denn leider fehlt mir ein roter Faden und ein Grundgerüst um das sich die eigentliche Handlung rankt.

Aber fangen wir einfach mal am Anfang an: Jazz macht bei diesem Casting nur wegen ihrer besten Freundin Leena mit, die mir das ganze Buch über total unsympathisch war. Sie ist für mich ein aufgesetztes Püppchen, das sich überhaupt nicht dafür interessiert, was ihre beste Freundin Jazz eigentlich für sie aufgibt. Mit Jazz bin ich allerdings auch nicht warm geworden, denn sie opfert sich einfach so sehr für Leena auf und stellt alle ihre Pläne hinten an, nur damit ihr Freundin bei einem albernen Casting mitmachen kann, das ihr von Anfang an nicht geheuer ist. Sie betet Leena ja schon förmlich an und erhebt sie über alle. Das fand ich etwas merkwürdig.

Das Casting selber ist komplett von der Außenwelt abgeschnitten, obwohl es mitten in der Innenstadt einer größeren City in Süddeutschland stattfindet. Die Mädchen, die daran teilnehmen müssen nur 18 sein und ansonsten keine Erfahrung im Modebusiness oder im Schneiderhandwerk mitbringen. Das heißt, dass einfach ganz normale Mädchen an diesem Casting teilnehmen. Dennoch können die alle plötzlich eigene Kollektionen auf die Beine stellen und Modepräsentationen halten, was ich einfach sehr unglaubwürdig finde.

Was mich aber noch mehr verwirrt, wenn nicht sogar abgestoßen hat, war, dass die Mädchen in sogenannte Favourites und Servants eingeteilt wurden. Das bedeutet, dass die einen Mädchen, den anderen „dienen“. Was ist das denn für ein Casting? Das erinnert ja eher an Big Brother…
Aber die absolute Krönung für mich war, dass die Teams immer noch jeweils einen jungen Kerl an die Seite bekamen – einen sogenannten F. Diese Fs trugen Lederstiefel, Lederhosen und Ledermasken. Es darf sich jetzt jeder selbst Assoziationsketten bilden. Die Gedanken sind frei.

Die Story hinter all diesen verwirrenden und unlogischen Bruchstücken fehlte dann leider auch ganz. Hier ein bisschen Liebe reingedrückt, obwohl es nicht wirklich passte. Dort dann auseinanderbrechende Freundschaften und hier noch ein paar kleine Geheimnisse und oben drauf dann eine große Portion von An diesem Casting muss doch etwas faul sein.

Das Ende ist leider auch nicht sehr zufriedenstellend, da einfach so viele Fragen offen bleiben. Das kann aber auch daran liegen, dass ich sowieso viel zu viel hinterfragt habe, da mir so vieles nicht einleuchtete.

FAZIT

The Perfect ist für mich ein wirklich sehr schlecht durchdachtes Jugendbuch, dessen Sinn sich mir einfach nicht erschließt. Das Casting ist unlogisch und wirkt komplett unorganisiert. Als ob die Veranstalter selbst nicht wüssten, warum sie diesen Event veranstalten. Die Charaktere sind zwar erfrischend unterschiedlich, aber dennoch sehr aufgesetzt. Die Geschichte dümpelt so vor sich hin und endet dann in einer komplett verwirrenden Szenerie. Es wird weder wirklich aufgedeckt, warum das Casting nun stattfand noch was überhaupt damit bezweckt wurde. Muss man nicht wirklich gelesen haben.

ÜBER DIE AUTORIN

Patricia Schröder, 1960 geboren, lebt mit ihrem Mann und einer Handvoll Tieren auf Eiderstedt, wo sie als freie Autorin arbeitet. Sie begann mit Rundfunkessays, später kamen Texte für Anthologien dazu. Inzwischen sind von ihr zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht und in andere Sprachen übersetzt worden.
[Quelle: Coppenrath]
https://www.coppenrath.de/kinder/buecher/jugendbuch/the-perfect/ 
Weitere Bücher der Autorin:
Blind Walk
Meeresflüstern
Meeresrauschen
Meerestosen
Auserwählt
Scheiß Glatze, ich lieb dich

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen