Donnerstag, 7. Juli 2016

Verliebt in Mr. Daniels | Rezension


ROMANTISCH - POESIE - SHAKESPEARE - HOMOSEXUALITÄT - LEHRER-SCHÜLER-VERHÄLTNIS - VERLUST - EMOTIONAL

ERSTER SATZ

Während ich den Jeep vor der Einmündung der Gasse parkte, gingen mir trübe Gedanken durch den Kopf.

INHALT

Unsere Liebe verboten zu nennen ist einfach. Einfacher, als zu erkennen, dass wir vom ersten Moment an Seelenverwandte waren. Ich denke, wir sind beides: verbotene Seelenverwandte. Ich hatte nicht vor, mich in ihn zu verlieben, als ich nach Wisconsin kam. Ich hatte weder geplant, in Joes Bar zu stolpern, noch mich Hals über Kopf in Daniels Musik zu verlieren. Ich hatte ja keine Ahnung, dass allein seine Stimme all meine Sorgen wenigstens für einen kurzen Moment vertreiben könnte. Ich wusste nicht, dass sich so das Glück anfühlt. Unsere Liebe war mehr als nur Leidenschaft. Es ging um Familie. Um Verlust. Um das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Unsere Liebe war verrückt und schmerzhaft. Sie bestand aus Lachen und Weinen. Sie war wie wir. Und allein deshalb werde ich es niemals bereuen, dass ich mich in meinen Lehrer Mr Daniels verliebt habe!
[Quelle: LYX EGMONT]

EIGENE MEINUNG  

Ein Lehrer verliebt sich in seine Schülerin und sie erwidert seine Gefühle innig - seit Will & Layken ist das nichts Neues mehr. Colleen Hoover hat es damals geschafft mich mit ihrer Geschichte zu überzeugen und diesem Schüler-Lehrer-Verhältnis den leicht anrüchigen Touch zu nehmen. Doch konnte Brittainy C. Cherry das auch erreichen? Ein absolutes Ja!

Ein Liebesverhältnis zwischen Lehrer und Schülerin ist eine schmale Gradwanderung, denn es kann schnell in die Ecke des Perversen rutschen. Doch hier haben wir mehrere Gründe, die dafürsprechen, dass Verliebt in Mr. Daniels eine herzerwärmende, romantische Geschichte ist.

>> Ich konnte nicht genau sagen, warum, aber nie zuvor hatte ich mich so sicher gefühlt wie an diesem Ort, in der DUnkelheit, mit einem Menschen, der ebenso verletzt war wie ich. Wann immer ich in seiner Nähe war, fühlte ich mich zutiefst bewahrt und geliebt. Daniel Daniels war meine Heimat. << - S. 170

Der Altersunterschied zwischen Ashlyn und Daniel beträgt drei Jahre, was also völlig legitim ist und einem keine Schauer über den Rücken jagt, wenn die beiden sich küssen oder anfassen. Der nächste gute Grund sind die Charaktere selbst. Ashlyn ist ein vom Leben verschrecktes Mädchen, das nicht weiß, wer es ist und wohin sie überhaupt möchte. Am liebsten wäre sie an Stelle ihrer Schwester Gabby tot, denn diese war so viel stärker, fröhlicher, lebensliebender. Doch auch Ashlyn ist – auch wenn sie es noch nicht weiß – sehr sympathisch. Sie ist ein totaler Bücherwurm, was mir natürlich sehr gefiel, und liebt vor allem Shakespeare. Und diese Leidenschaft teilt sie auch mit Daniel. Die Beiden passen wirklich gut zusammen, wenn man ihre Interessen betrachtet und auch ihr Leben verläuft ähnlich. Sie zitieren sehr gerne Shakespeare und kommen auch in vielen Lebenslagen auf die Stücke zu sprechen, was der Geschichte etwas Poetisches und auch Tiefgründiges verlieh. Die Beiden sind einfach verliebt bis über beide Ohren. Da kann man schon mal bei dem einen oder anderen kitschigen Moment ein Auge zudrücken, aber teilweise wurde es mir dann doch ein wenig zu kitschig.  Weniger ist manchmal mehr. 

>> Ich suchte nach Verstecken, nach Orten, wo wir uns treffen, uns zwischen zwei Klingelzeichen in
den Armen halten konnten. Verrückt, oder? Ich war verrückt. - S. 131 <<
 

Aber in dieser Geschichte dreht sich nicht alles nur um die Liebe, sondern auch um Verlust. Ashlyn und auch Daniel haben liebe Menschen in ihrem Leben verloren, womit sie nun umgehen müssen. Durch eine nette Idee ihrer Schwester hat Ashlyn sie immer bei sich. Erst fand ich diese kleinen Einschübe von Gabby, in denen sie ihrer Schwester Ratschläge gibt oder einfach nur einen Kommentar zu einer bestimmten Situation hinterlässt ganz witzig und auch rührend. Aber irgendwann war der Punkt erreicht, an dem ich es einfach nur noch unpassend fand, denn Gabby hat all diese Dinge geschrieben, als Ashlyn noch ein anderer Mensch war, denn sie entwickelt sich natürlich im Laufe der Geschichte. Gabby wurde für mich dadurch leider etwas nervig, denn sie schien immer alles besser zu wissen.

FAZIT
 
Verliebt in Mr. Daniels ist keine 0-8-15-Liebesgeschichte, sondern behandelt so viel mehr Themen als nur die verbotene Liebe zwischen einem Lehrer und einer Schülerin. Es geht darum, sich selbst zu finden, zu sich selbst zu stehen und manchmal auch seine Wohlfühlzone zu verlassen, um die Dinge zu erreichen, die einen glücklich machen.
Die Liebe zwischen Daniel und Ashlyn hatte nichts Kindisches an sich oder etwas Perverses. Die beiden zitieren Shakespeare, wenn sie sich ausziehen und geben alles dafür, damit der andere glücklich und auch sicher ist. Ich habe dieses Buch wirklich genossen und muss an dieser Stelle auch noch loswerden, dass ich das Cover einfach wunderschön finde!

ÜBER DIE AUTORIN

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin.
https://www.luebbe.de/lyx/buecher/sonstiges/verliebt-in-mr-daniels/id_6081871

Weitere Bücher der Autorin:
Art & Soul
The Fire Beetween High & Low 
The Space in Beetween
Our totally, ridiculous, Made-Up Christiams relationship

Kommentare:

  1. Liebe Ellen,
    ich habe bisher noch nichts von diesem Buch gehört gehabt, aber ich bin jetzt verdammt neugierig. :D ich fand schon "Sternschnuppenstunden" so gut. Da geht es auch um eine Liebe zwischen Lehrer und Schüler, die auch nichts Schutziges ansich hat. Danke für den Buchtipp. Das werde ich mir mal näher ansehen.

    Liebst, Lotta

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    1. Hallo Lotta :)

      Ich muss auch danken, denn jetzt werde ich mir "Sternschnuppenstunden" näher ansehen :) Ich bin auf jeden Fall gespannt auf deine Meinung, wenn du "Verliebt in Mr. Daniels" gelesen hast.

      Liebste Grüße
      Ellen

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