Donnerstag, 11. August 2016

Monsieur Blake und der Zauber der Liebe | Rezension

FRANZÖSISCHER HUMOR | LIEBE | ENGLAND VS. FRANKREICH | FREUNDSCHAFT | GEMÜTLICHKEIT


Die Nacht war recht kühl.




Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau Diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?
[Quelle: Verlagsgruppe Random House]



Schon lange wurde mir dieses Buch von einigen Menschen ans Herz gelegt. Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich es jetzt geschafft, es zu lesen und ich muss sagen, dass mich das Buch mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. 

Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht ganz leicht. Natürlich bemerkt man sofort zum Anfang der Geschichte den besonderen Humor des Autors, den er perfekt auf unseren Protagonisten Andrew Blake überträgt und die ersten Schmunzler sind schon nach kurzer Zeit auf der Seite des Autors. Dennoch war genau dieser spezielle Humor gewöhnungsbedürftig für mich, denn er ist einfach typisch französisch. Das ganze Buch über habe ich mir die verschiedenen Szenen in Form eines Filmes vorgestellt und visuell würde man wohl kaum aus dem Lachen rauskommen. Allerdings finde ich es in Buchform teilweise schwer, den Witz hinter manchen Sachen zu erkennen, da Humor viel mit Betonung und Darstellung zu tun hat. Lesen ist zwar wie fernsehen im Kopf, aber Sätze und Dialoge muss man sich dennoch immer selbst vertonen. Besonders im französischen Humor muss man vieles sehr trocken sehen, wenn nicht sogar schwarz. Hat man sich damit erstmal eingefuchst wird dieses Buch zu einem netten Begleiter.

>> Ja...die letzten Male, damit kenne ich mich aus. Aber du bist noch zu jung, um das Leben aus diesem Blickwinkel zu betrachten. Ich rate dir, Manon, dein Herz nur an die ersten Male zu hängen. << S. 184

Was mir an dem Buch jedoch sehr gut gefallen hat waren die Veränderungen an den Beziehungen zwischen den Bewohnern des Herrenhauses. Zu Beginn der Geschichte konnte man die Kälte und Distanziertheit der Charaktere zwischen einander förmlich fühlen, doch umso weiter die Handlung voran schritt, umso familiärer und gemütlicher wurde es. Andrew bewirkt auf diesem französischen Anwesen etwas und Legadinier schafft es, dies wirklich glaubhaft rüberzubringen. Dabei verliert er nie seinen Humor und auch eine gesunde Schlagfertigkeit bleibt zwischen den Charakteren bestehen. So wird es nie kitschig oder überzogen.

Auch einen gewissen Tiefgang lässt das Buch nicht vermissen. Hier geht es nicht nur um ein bisschen Liebe und Humor, sondern auch um zweite Chancen, Trauer und das Fertigwerden mit seiner eigenen Vergangenheit. Legardiniers Stil beim Erzählen all dieser Dinge gefällt mir dabei sehr gut. Hat man sich erst an seine Art des Schreibens gewöhnt, schlägt man das Buch immer wieder gerne auf und saugt die erzählten Worte in sich auf.




Monsieur Blake und der Zauber der Liebe ist ein Buch mit einem ganz besonderen Humor. Wer den französischen Humor mit einem Hauch schwarzen Humor mag wird bei diesem Buch einige Male lachen müssen. Aber auch Menschen wie ich, die zwar den schwarzen Humor sehr lieben, aber nicht immer mit dieser Trockenheit der Franzosen klarkommen, finden sich schnell in das Buch ein und können es ebenso genießen. Genießen ist genau das richtige Stichwort, denn dazu ist diese kleine, aber sehr unterhaltsame Geschichte da. Die verbalen Schlagabtäusche zwischen den Charakteren sorgen für einen frischen Wind, während sich um sie herum eine herzerwärmende Story abspielt. Das perfekte Buch für einen gemütlichen Leseabend.




Gilles Legardinier wurde 1965 in Paris geboren und arbeitete lange Jahre in der Kinobranche. Mit seinen weisen, zauberhaften romantischen Komödien feiert er in Frankreich sensationelle Erfolge und sorgt auch international für Begeisterung. Sein Debüt „Julie weiß, wo die Liebe wohnt“ war 2013 das erfolgreichste Taschenbuch in Frankreich.
[Quelle: Verlagsgruppe Random House]

Weitere Bücher des Autors:
Julie weiß, wo die Liebe wohnt
Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug
Monsieur Thomas und das Geschenk der Liebe

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