Montag, 5. September 2016

Herzflattern mit Karamell | Rezension

... oder wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte

FLYWHEEL | HOMOSEXUALITÄT | FLAMENCO | ERSTE LIEBE | KONKURRENZ



In Sachen Englischlehrer hätte es mich wirklich schlimmer treffen können als mit Mr Hammer.




Ein eigenes Café leiten – das ist doch viel besser als lernen!

Als Delilahs Vater auf Weltreise geht, muss die Siebzehnjährige plötzlich alleine sein Café in Sydney leiten, das ›Flywheel‹. In die Schule will sie sowieso nicht mehr. Außerdem hat sie vom Café aus den perfekten Blick auf Rosa, die Kellnerin im Restaurant gegenüber. Für sie und ihren besten Freund Charlie wird das ›Flywheel‹ ihre eigene kleine Welt. Doch dann scheint sich alles und jeder gegen Delilah zu verschwören, und sie muss sich der entscheidenden Frage stellen: Wie viel Flywheel-Spezial-Karamell-Milchshake braucht man wirklich, um ein ruiniertes Leben zu retten?
[Quelle: S. Fischer Verlage]



Herzflattern mit Karamell hat auf den ersten Blick sehr viel versprochen: ein wunderschönes Cover, lustiger Inhalt und es ist Gewinner eines Nachwuchspreises. Was kann also da noch schief gehen? Leider sehr viel, wie ich feststellen musste.

Was mich am meisten an diesem Buch gestört hat war die teilweise sehr überzogene und nicht nachvollziehbare Handlung. Da wäre zum Beispiel Delilahs bester Freund Charlie, der sich in eine ältere Frau verliebt und einem Mann in ihrer Wohnung eine auf die Zwölf gibt, ohne überhaupt einen Grund dafür zu haben. Als nächstes hätten wir dann, dass Delilahs Vater eine schulpflichtige Siebzehnjährige einfach wegen einer Weltreise alleine lässt und ihr die Leitung seines Cafès überlasst. Und das wohl unrealistischste ist, dass einfach alles in zwei Wochen den Bach runter geht. Jedenfalls in der Art und Weise wie es in dem Buch beschrieben ist. Bis auf diese für mich nicht glaubwürdigen Sachen passiert dann in dem Buch eigentlich auch kaum was. Es dümpelt so vor sich hin.

Auch die Charaktere haben mich nicht überzeugen können. Delilah versinkt zeitweise so sehr in Selbstmitleid, weil sie lesbisch ist, keiner sie versteht und es da dieses Mädchen gibt, in das sie verliebt ist. Ihr bester Freund Charlie ist mir noch unsympathischer. Er ist sehr von sich und seinem Aussehen überzeugt, steht aber nicht zu seinen offensichtlichen Fehlern. Die Bösewichte in dem Buch sind eben typisch hinterlistig und so leicht zu durchschauen.

Allgemein ist die Handlung und ihre Weiterentwicklung sehr leicht vorherzusehen. Ich habe mich teilweise durch das Buch gequält und war froh, als ich endlich die letzten Seiten erreicht hatte.  




Ich hatte mir sehr viel von diesem Buch versprochen. Es hat einen Nachwuchspreis gewonnen, hat ein hübsches Cover bekommen und der Klappentext klingt lustig und spannend. Leider habe ich nicht das bekommen, was ich erwartet hatte. Die Geschichte ist unrealistisch, langweilig und vorhersehbar. Auch die Charaktere können das nicht retten, da sie einfach je nach zugewiesener Rolle 0-8-15 sind.



Erin Gough gewann 2013 mit dem Manuskript zu ihrem Debüt ›Herzflattern mit Karamell oder Wie ich in zwei Wochen mein Leben ruinierte‹ einen Nachwuchspreis. Zuvor veröffentlichte sie Kolumnen und Kurzgeschichten. Sie lebt in Sydney, Australien, und liebt Karamell-Milchshakes und Kaffee über alles.
[S. Fischer Verlage]

Kommentare:

  1. Huch...das hört sich ja wirklich total unrealistisch an! Nein danke!
    Ich sehe greade du liest nun "The returned"....ach, das Buch habe ich schon soo oft in den Händen gehalten....ich bin schon mega gespannt auf deine Rezi!!!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina :)

      Ich finde es tatsächlich selbst für ein Kinder-/Jugendbuch zu unrealistisch. Natürlich darf es vor allem in Kinderbüchern mal etwas überzogene Darstellungen geben, aber diese Geschichte ist wirklich so gut wie an den Haaren herbei gezogen :)
      Ich habe eben 'The Returned' beendet und freue mich sehr darauf, die Rezension dazu zu schreiben. Auf jeden Fall ein Buch, das mich begeistern konnte. :)

      Liebste Grüße
      Ellen

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  2. Liebe Ellen,
    ich finde deine Rezension sehr gelungen. Als ich den Titel gelesen habe, habe ich mich schon gefragt, was das wohl für ein Buch sein wird und dann dieses sehr kitschige aber doch süße Cover dazu.. nun ja, was soll ich sagen. Irgendwie habe ich nichts anderes erwartet als du in deiner Rezension geschrieben hast.

    Liebst, Lotta

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    1. Hi Lotta :D

      Dankeschön! Ich finde den Titel eigentlich sehr süß und kreativ. Er macht irgendwie neugierig. Leider war nicht viel vom Herzflattern und leider gar nichts vom Karamell zu merken...

      Liebste Grüße
      Ellen

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