Sonntag, 18. September 2016

Selection * Die Krone | Rezension

PRINZESSIN | CASTING | MONARCHIE | FINALE | NÄCHSTE GENERATION |  GEFÜHLSCHAOS



"Es tut mir leid" , sagte ich und wappnete mich für die unvermeidliche Reaktion.




Als das Casting begann, war Eadlyn wild entschlossen, sich nicht zu verlieben und keinen der Bewerber an sich heranzulassen. Doch nun muss sie sich eingestehen, dass einige von ihnen doch Eindruck bei ihr hinterlassen haben: Henri, der charmante Lockenkopf, und sein bester Freund Erik. Der aufmerksame und rücksichtsvolle Hale. Der selbstsichere und attraktive Ean. Und natürlich Kile, Eadlyns Lieblingsfeind aus Sandkastenzeiten, der sie zu ihrem Ärger immer wieder aus der Reserve lockt. Sie alle haben es geschafft, einen Platz in Eadlyns Welt zu erobern. Aber wird es auch jemand in das Herz der Prinzessin schaffen?
[Quelle: S. Fischer Verlage]



Das große Finale ist endlich gekommen! Ich bin Selection-Fan der ersten Stunde und habe diesem Abschluss daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen gesehen. Da dies nun das Ende der Reihe sein soll, habe ich mit einem großen, emotionalen, mitreißenden Finale gerechnet, welches ich jedoch leider nicht bekommen habe.

Die letzten beiden Bände Die Kronprinzessin und Die Krone handeln nicht mehr von America - unserer eigentlichen Protagonistin aus den ersten drei Teilen -, sondern von ihrer Tochter Eadlyn. Im letzten Band hat mir Eadlyn sehr gut gefallen, da sie endlich mal wieder eine Protagonistin ist, die nicht völlig naiv und schüchtern durch die Welt läuft, sondern auch Verstand besitzt und sich nicht in den Erstbesten verliebt, der ihr schöne Augen macht. Leider hat sie im Abschluss der Reihe etwas davon eingebüßt. Sie versteift sich sehr auf das Casting, ohne sich ernsthaft verlieben zu wollen. Man hat einfach gemerkt, dass Eadlyn es einfach schnell hinter sich bringen möchte für ihre Familie und das Königreich. Das hat bei mir aber zu ein wenig Langeweile geführt, denn wenn schon die Protagonistin so wenig Herzblut für eine Sache aufbringt, wie soll dann der Leser noch mitfühlen?

Im Gegensatz zu den ersten drei Teilen, in denen es um America geht, wusste ich hier nicht von Anfang an, für wen sich Eadlyn letztendlich entscheiden wird. Ich war also wirklich sehr gespannt, auf wen die Wahl am Ende fallen wird. Circa die Hälfte des Buches hielt diese Spannung auch, weil Eadlyn sehr zerrissen war und selbst nicht wusste, welcher der Herren am meisten ihr Herz berührt. Allerdings fiel es ihr dann wohl schlagartig ein, denn ich habe keinerlei Gefühlsentwicklung zwischen ihr und dem Herren ihrer Wahl bemerkt. Von einer Seite auf die nächste war plötzlich die Entscheidung getroffen. Ziemlich schade, da man noch so viel mehr hätte daraus machen können.

Allgemein fand ich die Entwicklung im Buch dann doch etwas schnell zum Ende hin. Die Autorin ist so durch die Geschichte gerast, dass ich teilweise das Gefühl hatte, sie möchte es nun schnellstmöglich zu Ende bringen. Da es alles so schnell von statten ging, konnte ich manche Entscheidungen und Handlungsverläufe auch nicht so nachvollziehen.

Was mich jedoch am meisten gestört hat, war die Darstellung von America und Maxon. Ich habe die beiden sehr gemocht in den ersten drei Bänden, die nur ihnen gewidmet waren. Es lohnt sich wirklich, ihre Liebesgeschichte zu lesen und nun werden sie als Erwachsene dargestellt und verhalten sich überhaupt nicht so. Ich empfinde die beiden als unglaubwürdig. Wer die Entwicklung der beiden erlebt hat und ihren Charakter kennt, wird wohl auch gemerkt haben, dass sie farblose und charakterlose Gestalten geworden sind in den letzten zwei Bänden. Sehr schade. 




Das Ende einer Buchreihe ist immer wieder etwas Besonderes. Vor allem, wenn man Charaktere - wie hier - über fünf Bände lang begleitet hat und nun sogar in den letzten beiden Teilen über die Geschichte ihrer Kinder liest. Selection hat mich jahrelang begleitet und dieses Finale ist der Reihe meiner Meinung nach nicht gerecht geworden. Dass Eadlyn kein großer Fan des Castings ist, wissen wir seit Die Kronprinzessin und ihr Charakter war auch wirklich sehr erfrischend. Sie ist selbstbewusst und intelligent. Leider konnte sie für mich aber nicht das Image des gefühlslosen Eisklotzes ablegen. Sie konnte einfach kein Herz in dieses Casting legen und wenn sie es nicht kann, kann ich es als Leser leider auch nicht. 

Am meisten aber haben mich America und Maxon enttäuscht. Ich war sehr an ihrem Leben interessiert und wie dieses nach der Hochzeit weiter verläuft. Leider waren sie in den letzten beiden Bänden und vor allem in diesem nur noch farblose Charaktere, die eben da waren, weil sie mal in diese Geschichte gehörten. 




Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ...
Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.
[Quelle: S. Fischer Verlage]

Weitere Bücher der Autorin:
Selection
Selection - Die Elite
Selection - Der Erwählte
Selection - Die Kronprinzessin
Selection Storys - Herz oder Krone
Selection Storys - Liebe oder Pflicht
Siren

Kommentare:

  1. Ich finde auch, dass Maxon und America nicht so gut wegkommen. America liegt nur als herzkranke Königin herum, und Maxon lässt mal eben sein Land im Stich und kümmert sich gar nicht richtig darum, wie Eadlyn regiert - bei aller Liebe zu America, aber das fand ich zu übertrieben, sorry. Ich hätte erwartet, dass er sich Hilfe nimmt, aber sich schon noch um sein Volk kümmert. Ich hatte das gar nicht erwähnt in meiner Rezi.

    Und ja, die Wahl auf den Erwählten... hm, also ich mochte diese Figur schon, aber irgendwie waren da jetzt auch vorher nicht die megagroßen Gefühle. Irgendwie alles etwas komisch. Ich hoffe nicht, dass die Autorin doch noch weitermacht, das Thema ist doch jetzt wirklich langsam mal durch.

    LG, Bianca

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    1. Hallo Bianca :)

      Da bin ich genau deiner Meinung! Drei Bände lang arbeitet Cass daran, America und Maxon zu starken Charakteren auszubauen und in den letzten beiden sind sie blasse Figuren, deren Verhalten nicht mehr zu ihren ursprünglichen Charakterzügen passt. Wirklich schade.

      Also Selection ist für mich nun auch endgültig abgeschlossen. Ich wüsste nicht, dass es da noch etwas Interessantes zu erzählen gäbe. Ich könnte nur verstehen, wenn sie noch weitere Selection-Storys veröffentlicht. Das wäre okay, aber einen richtiger Roman, der zur Reihe gezählt wird wäre überzogen.

      Liebste Grüße
      Ellen

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